-
Linol Hilfsmittelpraktische Helfer für den Linoldruck -
LUKAS Linoldie wassermischbaren Linolfarben -
Schmincke AQUA Linolfarbstarke Linolfarbe auf Wasserbasis -
Creall LINOLinoldruckfarbe auf Wasserbasis -
Linoldruck Zubehörund alles für den Linoldruck -
Linoldruckpapierspeziell für den Linoldruck -
Linoldruckplattenaus klassischem Linoleum
Der Linoldruck - eine kleine Linolschnitt Anleitung
Der Linolschnitt ist eine faszinierende Technik, mit der nicht nur ein echtes Unikat entsteht, sondern das Kunstwerk vielfach gedruckt werden kann. Die mehrfache Reproduktion der Linolbilder ist natürlich auch für Kinder und Jugendliche eine spannende Technik, denn ein es liefert nicht nur ein Einzelstück, sondern das eigene Kreativwerk kann zugleich an Eltern, Großeltern oder Freunde verschenkt werden.
Projektcharakter der Linolschnitt Technik
Um den Linoldruck im Endergebnis vor sich zu haben, sind einige kreative und handwerklich interessante Einzelschritte notwendig. Diese reichen von der Motivsuche bis zur Übertragung des fertigen Motivs auf die Druckvorlage (Linolplatte), von der Ausarbeitung des Motivs durch Konturenschnitt und Freischnitt bis zum Druck mit der Linoldruckfarbe.
Bis zum fertigen Ergebnis bedarf es etwas Geduld und die Fähigkeit, den Prozess zu überblicken. Daher ist der Linoldruck nicht nur ein tolles Hobby, sondern auch eine anerkannte Drucktechnik professioneller Künstler. Der Linoldruck bietet allen Altersgruppen und vor allem Kindern eine tolle Möglichkeit, kreativ zu sein und an Projekten zu arbeiten.
Linoldruck – wir starten mit einem Motiv
Die Motivauswahl zeigt sich beim Linolschnitt oftmals überraschend als spannende Suche, denn nicht jedes Motiv ist für den Linoldruck geeignet. Für erste Gehversuche mit der Linolschnitt-Technik sollten die Motive klar und einfach gewählt werden. Vielfach stellt man sich ausführliche und detaillierte Bilder vor, die sich in der Umsetzung auf der Linolplatte später als zu kompliziert erweisen.
Eine gute Anregung zur figürlichen Motivwahl ist der Comic, der sich auf das Wichtige beschränkt und Charakteristisches in den Vordergrund stellt. Auch Schriftzüge oder graphische Einzelabbildungen sind gute Möglichkeiten für den ersten Linolschnitt.
Wie kommt das Motiv auf die Linoldruckplatte?
Liegt das Motiv vor, wird es mit Durchschlagpapier auf die Linoldruckplatte übertragen, oder direkt mit Filzschreiber oder Bleistift auf die spätere Druckvorlage gezeichnet. Auch ein sogenannter „Abklatsch“ ist zum Motivübertrag auf die Linolplatte möglich. Hier wird mit Hilfe von Aceton eine Fotokopie des Motivs auf dem Linol abgebildet. Bei der Übertragung auf die Linolplatte muss beachtet werden, dass später die gedruckte Abbildung spiegelverkehrt erscheint.
Für einen mehrfarbigen Linoldruck kann man auch das Motiv auf mehrere Linolplatten verteilen und dann die Flächen in unterschiedlichen Farben drucken (übrigens eine klassische Methode der Plakatherstellung in den 20er und 30er Jahren).
Konturenschnitt, Weißlinienschnitt und Freischnitt
Beim Linoldruck gibt es verschiedene Zwischenstufen, bei denen man sein Ergebnis überprüft und anschließend noch korrigieren kann. Die Linolplatte wird also auch schon zwischendurch mit Linoldruckfarbe belegt und gedruckt.
Konturenschnitt – Sicher und Sorgfältig Arbeiten von Anfang an
Im ersten Arbeitsgang werden beim Linolschnitt die Konturen bearbeitet. Der Konturenschnitt erfolgt am besten mit Linol-Schnitzmessern. Das sind schmale Rilleisen, die es im Kunstpark in verschiedenen Sets gibt.
Wie immer bei der Arbeit mit Messern aller Art, wird natürlich auch beim Linolschnitt vom Körper weg gearbeitet, damit es nicht zu Verletzungen kommt. Die Kontur muss die Linolfläche immer sauber abschneiden. Aus der Linolplatte herausgetrennte Stücke dürfen nicht abgezupft werden, um beim späteren Druck keine unsauberen Kanten zu erzielen. Gute Ergebnisse und klare Ränder erhält man mit Linol, wenn beim Konturenschnitt vordergründig nicht das Messer, sondern die Linoldruckplatte selbst bewegt wird.
Weißlinienschnitt zur Kontrolle
Sind alle Konturen sauber aus der Linolplatte gearbeitet, kann bereits der erste Test-Druck angefertigt werden. Im sogenannten „Weißlinienschnitt“ ist der Hintergrund noch voll sichtbar. Lediglich die Konturen auf der Linolplatte zeigen sich im Weißlinienschnitt als Aussparungen. Eventuell vergessene Anteile im Konturenschnitt werden deutlich erkennbar und können nachgearbeitet werden.
Freischnitt bringt das Motiv zu Tage
Beim Freischnitt werden alle überflüssigen Areale der Linolplatte mit einem breiten Hohleisen entfernt. Hierbei kann es hilfreich sein, den Konturenschnitt zunächst mit einem mittleren Hohleisen zu verbreitern, damit die Konturen im Freischnitt nicht beschädigt werden. Dem Freischnitt folgt meistens ein erneuter Korrekturabzug, der eventuelle Überstände der Linoldruckplatte anzeigt. Diese werden ebenfalls nachgearbeitet, damit sich beim Druck mit der Linolfarbe nur das gewünschte Motiv auf dem Papier abbildet.
Und dann der Linoldruck...
Die Linolfarbe wir mit Hilfe von sog. Linolrollen (oder auch Druckrollen, Linolwalzen, Gummirollen gennannt) auf die Linolplatte aufgetragen. Dabei hängt die Art des Auftrages und die Dicke der Linolfarbe nur vom gewünschten Ergebnis ab. Eine Glasplatte auf die die Linolfarbe aufgetragen und dann mit der Linolwalze gleichmäßig verteilt wird, ist ein gutes Hilfsmittel. Die Linolwalze kann übrigens bei kleinen Linolplatten auch als Andruckrolle für den eigentlichen Linoldruck verwendet werden. Alternativ bieten sich auch Handreiber an, mit denen man einfach kräftig über die Linolplatte reibt.
Ab welchem Alter kann Linolschnitt - Werkzeug verwendet werden?
Anders als beim Kartoffeldruck ist für den Umgang mit Linolschnitt Werkzeug ist ein gewisses Mindestalter des Künstlers vonnöten. Die Linolplatte bietet einen gewissen Wiederstand und der Umgang mit den Werkzeugen für die Bearbeitung der Linoldruckplatten selbst, sollte Kindern erst nach dem Grundschulalter nahe gebracht werden. Etwa ab dem zehnten Lebensjahr – der fünften oder sechsten Schulklasse also – bietet es sich an, erste Erfahrungen mit dem Linolschnitt zu vermitteln.
Erste Arbeit mit Linolschnitt – Schule, Kunsterziehung, Kreativarbeit zu Hause
Im Kunst- und Werkunterricht ist der Linoldruck fester Bestandteil des Lehrplans. Etwa ab der siebten Klassenstufe wird er auch offiziell im Unterricht angeboten.
Unter Anleitung können Kinder und Jugendliche aber auch zu Hause mit dem Linolschnitt arbeiten. Ein Ansprechpartner ist dabei immer hilfreich und bei Kindern sollte auch eine Aufsichtsperson anwesend sein, wenn mit den scharfen Messern gearbeitet wird und Linolschnitt Werkzeug zum Einsatz kommt.
Linoldruck auch ohne eigene Druckpresse ?
Der Linoldruck gehört zu den handwerklich besonders schönen Techniken im Hobbybereich. Das Linolschnitt Zubehör zur Herstellung der Druckvorlage, sowie Linolfarben und Linolplatten sind schnell besorgt und nicht allzu kostspielig. Interessant und spannend wird es besonders dann, wenn es darum geht, den Linolschnitt auf Papier zu übertragen.
Druckerpresse für Linolschnitt
Eine echte Druckpresse, die den eingefärbten Linolschnitt mit hohem Druck gleichmäßig gegen das Papier presst, ist eine Anschaffung, die sich für den Hobbybereich nur rentiert, wenn man sehr viel drucken möchte, denn Druckpressen sind recht sperrig und nicht ganz günstig. Ein fester Standort und ein entsprechender Arbeitstisch lohnen sich in jedem Fall.
Wer also als Freizeitkünstler nur ab und an Motive per Linol gestaltet, muss entweder eine Gelegenheit finden, um eine Druckerpresse mit nutzen zu dürfen, oder eine alternative Druckform nutzen – und dies ist ganz einfach...
Linoldruck ohne Druckpresse
Alternativ zur Druckerpresse kann die Linolschnitt – Technik komplett und ganz einfach in Handarbeit angewandt werden. Manche Hobbykünstler sind in diesem Fall mit vollem Körpereinsatz bei der Arbeit, denn Druck auf den eingefärbten Linolschnitt kann auch mit Hilfe des eigenen Körpergewichts erzeugt werden.
Die Linoldruckplatte wird hierbei regelrecht mit Linolfarbe eingefärbt und auf das Linoldruckpapier aufgelegt.
Obenauf wird ein Brettchen oder eine nicht allzu dicke Holzplatte aufgelegt – gerade so stark, dass sie das Gewicht gut tragen kann. Hiermit wird erreicht, dass sich das Gewicht gut verteilt. Ist die Platte zu dick, so verteilt sich das Gewicht zu stark und einzelne Partien werden unter Umständen nicht exakt durch die Linolfarbe abgebildet. Die Platte sollte nicht viel größer sein als die Linoldruckplatte selbst, damit sich keine überstehenden Ränder ungewollt mit abzeichnen.
Bei kleinformatigen Bildern kann mit den Händen gegen die Oberfläche gepresst werden, wobei der Oberkörper sich auf die Linol Druckvorlage stemmt oder man benutzt die Linolwalze oder einen Handreiber.
Größere Motive können auch am Boden mit den Füßen und dem gesamten Körpergewicht gedruckt werden. Bei dieser Variante einfach einen Fuß neben den anderen setzen, bis die gesamte Druckfläche mindestens einmal mit großem Gewicht beschwert wurde. Die ideale Druckmethode für Kinder, Schule und Kindergarten.
Aktives Künstler-Netzwerk kann Werkstatttüren öffnen
Schulen, Künstler AGs an Volkshochschulen oder Kreativ-Werkstätten mit Seminarangebot sind Beispiele für gut mit Geräten und Maschinen für den Linoldruck ausgestattete Institutionen. Es lohnt also, einmal unverbindlich nach einem Nutzungsrecht für die Druckerpresse anzufragen, um aus seinen Druckvorlagen, Linolplatten und Linolfarben echte Bilder werden zu lassen. (Meist wird in diesem Fall nur das Endergebnis den Weg in den Druck finden. Auf Probedrucke wie Weißlinienschnitt und die Überprüfung von Konturenschnitt und Freischnitt wird man vermutlich verzichten müssen.)
Vielleicht kann man außerhalb der regulären Nutzungszeiten an das Gerät oder man schließt sich einer Arbeitsgruppe an, wenn die Druckerpressen gerade sowieso im Betrieb sind.
Linoldruck hat viele Freunde
Unter Kunstschaffenden bestehen häufig gute Netzwerke, man kommt leicht ins Gespräch und kann mit einer direkten Anfrage vielleicht kurze Wege zum Ziel erreichen.
Die Chancen, eine externe Druckpresse für den Linoldruck verwenden zu dürfen, unterscheidet sich zumeist je nach der Region in der man lebt. Im ländlichen Raum, in dem man sich kennt, ist das Vertrauen größer, wenn es darum geht, die Türe zur Werkstatt zu öffnen.
In der Stadt bedarf es vielleicht einem ausführlichen Vorsprechen, um das Vertrauen in die eigene Person aufzubauen – immerhin geht es um die Nutzung eines wertvollen Arbeitsgerätes. Doch wie in allen Lebensbereichen gilt auch hier: „Man muss nur miteinander reden.“ Gute Absprachen, vielleicht ein kleiner Unkostenbeitrag oder ein Vorgespräch unter Künstlerkollegen sind auch im Linolbereich immer ein guter Anfang.